Interviews

Sr. Ignatiana

 

Sr. Ignatiana Miller

75 Jahre alt

geboren in Glatz/Schlesien

seit 55 Jahren im Orden

tätig im hauswirtschaftlichen Bereich

lebt jetzt auf der Fazenda da Esperanza in Sundern - Hellefeld

Was tun sie in Ihrer Freizeit?

 

Rätselraten(Vorliebe für Sudoku), Stricken, Lesen, (hauptsächlich z. Zt. Papstpredigten), klassische Musik hören und das Allgemeinwissen fördern.

 

Welcher Satz oder welche Bibelstelle sind für Sie im Moment wichtig?

 

Mt 5,7: „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit finden.“

Ps 34,15: „Meide das Böse und tu das Gute; suche den Frieden und jage ihm nach.“

Was sagt Ihnen die Aussage von Papst Franziskus über die Freude am Evangelium?

Die Aussage vom Papst Franziskus an die Ordensleute sagt mir, dass ich immer versuche, nach dem Evangelium zu leben. Ich empfinde wirklich ganz viel Freude in meiner Ganzhingabe an Gott, im Dienst in der Kirche und in unserer Gemeinschaft und die echte Geschwisterlichkeit, die ich erlebe, wenn manchmal Schweres in meinem Leben mir nicht erspart bleibt.

Erzählen Sie uns ein bisschen von ihrer Berufungsgeschichte und Ihrem Leben als Ordensfrau

 

Als 15järige kam ich in die Marienschule der Christlichen Liebe nach Lippstadt und machte dort die hauswirt-schaftliche Ausbildung. Ich lernte die Schwestern kennen, schätzen und lieben. Ihre Fröhlichkeit, Heiterkeit und Aufgeschlossenheit, vor allem, dass sie über kein Geld verfügten, haben mich sehr beeindruckt, sodass ich den Weg zum Ordensberuf gefunden habe.

 

Der Name der Christlichen Liebe ist für mich durch mein ganzes Ordensleben hindurch Programm.

In manchmal schweren Situationen habe ich viel gebetet und habe mich vorübergehend auch einem Priester anvertraut, der mir sehr gut geholfen hat.

Besonders wichtig in meinem Ordensleben ist es, dass ich weiterhin in der Liebe Gottes sein darf und einmal das Ziel erreiche, bei ihm zu sein und zu bleiben.

 

Gibt es auch jetzt noch besondere Momente in Ihrem Ordensleben?

 

Eine prägende Begegnung ist zu Zeit das Leben auf der Fazenda da Esperanza, wir drei Schwestern der Christlichen Liebe zusammen mit der Familie der Hoffnung. Das Haus ist eigentlich ein Zufluchtsort für Frauen in Abhängigkeit und bietet eine Möglichkeit der Hilfe für deren Leben. Seit einiger Zeit wohnen auch vorübergehend drei Frauen hier, die der geistlichen Bewegung „Schalom“ angehören und in Deutschland überhaupt zum ersten Mal mit der Neuevangelisierung beginnen möchten, sobald die Umbauarbeiten in ihrem zukünftigen Haus in Arnsberg fertig gestellt sind. Ich erlebe unter uns drei verschiedenen Gemeinschaften---Familie der Hoffnung---Schalom----Christliche Liebe----unterschiedliche Charismen und Berufungen, die alle den gemeinsamen Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gehen. Es ist so schön, wie wir uns gegenseitig öffnen in der Begegnung und uns tolerieren. Der Dialog, das Zuhören, die gegenseitige Hilfe und das Angenommen sein macht mich so froh und glücklich.