Interviews

Sr. Maria Lucia

Name:          
- Sr. Maria Lucia Barbier;
geb. am 4.10. 1963
in Meschede

Ordensfrau seit:  
- 14 Jahren

Längste Zeit tätig:  
- als Erzieherin in
Kath. Kindergärten

Jetziger Konvent
- im Kinderheim
Pauline von Mallinckrodt in Siegburg
 

Hobbys:

in Gemeinde und Kolping aktiv sein

Rommé spielen, lesen, Gitarre spielen; Fahrrad fahren, wandern;

Interesse:

an Ereignissen und Entwicklungen in Stadt, Land, Kirche und Welt

Wichtiger Satz:    

"Wer MUT zeigt, macht MUT" (von Adolph Kolping, der mich seit meiner Kindheit begleitet)

Bedeutet für mich konkret:

 . neue Aufgaben zu übernehmen

 . wo notwendig, eigene Meinung zu sagen, auch wenn ich damit gegen den Strom schwimme

Aussage Papst:

- ist nicht immer leicht daran zu glauben:

. z.B. wenn Schicksalsschläge Menschen treffen, die mir nahe stehen;

. bei dem Terror, den die IS in der Welt anrichtet;

In solchen Situationen fällt es auch  mir manchmal schwer, an die Freude im Evgl. zu glauben und ich stelle mir dann auch die Frage: „Warum Jesus – Gott geschieht das?“Doch es gibt manchmal auch „kleine Ereignisse“, wo die Freude des Evgl.

sichtbar und spürbar wird, wie z.B. durch Menschen, die mir signalisieren:   „ Danke, dass du da bist“, „dass Du Dich dafür einsetzt“ oder ein Kind aus meiner Kindergartengruppe mich anlacht  und sagt: „Sr., ich hab dich lieb“.

 Das sind für mich Zeichen, dass die Freude des Evgl. nicht untergeht.

Satz für junge Leute:                     

„Wir brauchen euch in unseren Kirchen, Gemeinden und Verbänden, damit durch euch neue Ideen und neuer Schwung hinein kommt und Kirche und Verbände durch Euch lebendig bleiben“ –

Eine Zusammenarbeit  von Jung UND Alt ist dabei wichtig, damit Ihr lernt, allmählich in die Verantwortung hinein zu wachsen und auch zu übernehmen.

Internationale Gemeinschaft:      

Als TN an internationalen Treffen/Begegnungen – auch jüngerer Generation in Dtschl. und Ausland dabei zu sein – sind prägende  Erfahrungen

Prägende Begegnungen:      

Zusammensein/Austausch mit anderen geistlichen Menschen  (Ordenschristen, Priestern) 
- z. B. Tag des geweihten Lebens in Siegburg, für Ordenschristen u. 
Priester gemeinsame Anbetung, Messe mit  anschließendem gemütlichen Beisammensein

 - Menschen die mir im Laufe meines Ordenslebens wichtig geworden   sind, die mir durch die Verbandsarbeit bei Kolping und Pfarrgemeinde zu Freunden geworden sind (geistliche und weltliche), die mir auch zur Seite stehen, wenn ich mal Hilfe brauche. Ebenso Menschen, die mir signalisieren „Es ist gut, dass ihr Ordenschristen in Gemeinden, Verbänden  präsent seid und Euch nicht hinter „Klostermauern versteckt – euch    zurückzieht“  - wir brauchen euch.

Berufungsgeschichte:

Vor meinem Eintritt im Jahre 2000 war ich 15 Jahre als Erzieherin in einem kath. Kindergarten in meiner Heimatsstadt Meschede tätig. Ebenso engagierte ich mich in der Pfarrgemeinde sowie in der  Kolpingfamilie ehrenamtlich . Gerade die Verbandsarbeit bei Kolping im Sinne von Adolph Kolping bedeutete mir sehr viel – heute auch wieder. Materiell war ich gut „versorgt“ – ich hatte eine eigene schöne   Wohnung im Elternhaus, ein Auto, gute Stellung, gutes Gehalt, nette Freunde.

Doch im Laufe der Jahre merkte ich immer mehr, dass mich dieses Leben nicht mehr so erfüllte, wie ich mir das gewünscht hatte. So nahm ich in den 80er Jahren zweimal Kontakt zu zwei verschiedenen Ordensgemeinschaften auf, um zu sehen, ob mich das Leben ansprechen würde. Ich lebte dort jeweils einige Zeit während meines Urlaubs mit, doch konnte ich  dort meinen Platz nicht finden. So glaubte ich, „als weltliche Frau, in Kita und Gemeinde  – evtl. als Ehefrau und Mutter“, meinen Glauben auf diese Weise weiter zu geben.  
1996 kam ein junger Priester in unsere Gemeinde, der auch unser 
Kolpingpräses wurde. Durch Gemeinde und Kolpingarbeit ergaben sich viele Schwerpunkte der Zusammenarbeit. Mit Ihm zusammen begann ab 1997 noch einmal ein intensiver Weg des Suchens und des Ringens, der schließlich am 14. Oktober 2000 mit meinem Eintritt in die hiesige Gemeinschaft „gipfelte.“ Meine Eltern unterstützten meine Lebensentscheidung.

Mir war es später wichtig, als Ordensnamen meine beiden ersten Taufnamen zu wählen, da sie für mich und auch für meine Eltern von Bedeutung waren und weiterhin sind.

Im Jahre 2008 legte ich Pfingstmontag meine ewigen Gelübde ab und band mich so für immer an Gott und die Gemeinschaft.

Nun lebe ich seit 7 Jahren hier in Siegburg in einem kleinen Konvent mit noch vier anderen Schwestern zusammen, die im Kinderheim verschiedene Aufgaben übernommen haben.

Ich arbeite weiterhin als Erziehrinn in einer kath. Kita und bin ehrenamtlich in Gemeinde und bei Kolping aktiv. Als Ordensfrau empfinde ich dabei nochmal eine andere Motivation.

Zusätzlich habe ich seit Februar 2014 noch einige Aufgaben als Oberin in unserer Gemeinschaft übernommen, die ich gerne ausführe.

Mir ist es ein Anliegen, mit meinen Mitschwestern durch gemeinsames Gebet und Zusammensein, eine geistliche Gemein-

schaft zu bilden, sowie auch als Ordensfrau  in „der Welt“ präsent zu sein.